Der urbane Hitzeinseleffekt in Düsseldorf im Sommer

Klimabäume und widerstandsfähige Pflanzungen
Nach den beschriebenen Schäden durch Hitze, Trockenheit und Starkregen stellt sich die praktische Frage: Welche Baumarten und Pflanzkonzepte kommen mit diesen Belastungen sowie mit verdichteten Böden und schwierigen innerstädtischen Standorten besser zurecht?
Für Neupflanzungen in Straßenräumen, Parks und Grünanlagen orientiert sich Düsseldorf an der eigenen Zukunftsbaumliste. Sie bewertet Baumarten anhand des an der TU Dresden entwickelten Systems KLAM-2.0, das Trockenheitstoleranz und Winterhärte jeweils in vier Stufen einteilt und daraus 16 Unterkategorien von 1.1 bis 4.4 bildet; hinzu kommen Kriterien wie Wuchskraft, Lebenserwartung, Pflegeaufwand, Schadresistenz, Astbruchsicherheit und Fruchtbildung. Als in Düsseldorf bereits bewährte Arten gelten etwa der Perlschnurbaum, die Blasenesche, die robuste, trockenheits- wie frostharte Ungarische Eiche, der heimische Feldahorn und die Edelkastanie, sowie der Trompetenbaum, der mit den Folgen des Klimawandels bemerkenswert gut zurechtkommt.
Neben der Artenwahl entscheidet zunehmend auch die Pflanztechnik über das Überleben eines Baumes. In konventionellen, verdichteten Baumscheiben sterben Stadtbäume im Schnitt bereits nach 20 bis 30 Jahren. Die sogenannte Skelettbauweise schafft Abhilfe: Grobschlag mit enger Korngrößenverteilung wird eingebaut und verdichtet, ein Feinsubstrat aus mineralischen und organischen Bestandteilen anschließend in die großen Hohlräume eingeschlämmt. So entsteht ein durchwurzelbares Porensystem, in dem Grobporen Luft und Wasser eindringen und verteilen lassen, während Feinporen Wasser gegen die Schwerkraft festhalten und pflanzenverfügbar machen.
Kombiniert mit Baumrigolen nach dem Schwammstadt-Prinzip lässt sich diese Bauweise sogar unter Verkehrsflächen einbauen und eignet sich damit gerade für die am dichtesten bebauten Innenstadtquartiere. Der zusätzliche Retentionsraum für Niederschlagswasser entlastet dabei das Kanalsystem, wie bereits beschrieben, und versorgt die Bäume zugleich in Trockenperioden mit gespeichertem Wasser.
Von der Ungarischen Eiche auf der Zukunftsbaumliste bis zur Baumrigole unter der Straße zeigt sich: Klimaresiliente Pflanzungen entstehen erst im Zusammenspiel von Artenwahl und Bautechnik. Das alles unter der Einhaltung der Biodiversität. Biodiversität beschreibt die biologische Vielfalt auf der Erde und teilt sich in drei Kernbereiche auf: die genetische Vielfalt, die Artenvielfalt und die Vielfalt der Ökosysteme.